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Alten- und Service-Zentren sollen wieder öffnen

Wohlfahrtsverbände fordern schnelle Rückkehr zur Normalität auch für Senioren

Die sechs Münchner Wohlfahrtsverbände plädieren dafür, dass die Alten- und Service-Zentren (ASZ) in der Landeshauptstadt nach gut zwei Monaten reduziertem Angebot wieder ihr normales Programm aufnehmen können. Aufgrund der Corona-Pandemie seit Mitte März haben die 32 Zentren ihr Angebot reduzieren müssen und mit einem Krisenmanagement die Betreuung und Versorgung der Seniorinnen und Senioren mit vielen kreativen Lösungen aufrechterhalten. Die ARGE unterstützt deshalb ausdrücklich den Antrag der SPD/Volt-Stadtratsfraktion, die ASZ auch für ältere Bürgerinnen und Bürger wieder zu öffnen. ARGE-Sprecherin Andrea Betz: „Seniorinnen und Senioren sollen selber bestimmen können, welches Beratungsangebot sie in Anspruch nehmen möchten.“

Komplett geschlossen waren die Alten- und Service-Zentren nie, aber die Arbeit war durch Corona eine völlig andere, wie Karin Joelsen, Koordinatorin der offenen Altenarbeit bei der Hilfe im Alter, berichtet: „Kein Kommen und Gehen der Besucherinnen und Besucher, keine Gespräche vor Kursbeginn oder bei der Anmeldung, keine Gymnastik und kein Mittagstisch.“ Anstelle dieser persönlichen Begegnungs- und Beratungsmöglichkeiten habe es lediglich viele Gespräche am Telefon gegeben. Es seien Einkaufshilfen durch Haupt- und Ehrenamtliche organisiert worden, zudem seien Hausbesuche als Krisenprävention erfolgt. „Jetzt stehen die Gäste an den Fenstern unseres Alten- und Service-Zentrums und wollen wissen, wann sie endlich wieder reindürfen. Sie haben einen dringenden Bedarf nach sozialen Kontakten, die sich durch Telefonate allein nicht ersetzen lassen.“

Der Hintergrund der Aktion war klar: Seniorinnen und Senioren gehören zur Risikogruppen. Aber sie wollen auch selbstbestimmt entscheiden, so Joelsen, „welches Unterstützungsangebot sie in Anspruch nehmen wollen“. Und Andrea Betz ergänzt: „Gerade Alleinlebende brauchen soziale Kontakte; so wie jetzt Kindertagesstätten, Schulen und Jugendeinrichtungen wieder geöffnet werden, müsste auch die Zielgruppe der Älteren in den Genuss der Lockerungen kommen.“ Nötig seien für die Lockerungen sinnvolle Hygienekonzepte; dann könnten Beratungen auch endlich wieder persönlich stattfinden. Welche Angebote unter welchen Bedingungen stattfinden, erfährt man am besten direkt in den ASZ. Diese sind während der Öffnungszeiten telefonisch gut zu erreichen.

Zur Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege München gehören die Arbeiterwohlfahrt, das Bayerische Rote Kreuz, die Caritas, die Diakonie, die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie der Paritätische Wohlfahrtsverband. Die sechs Wohlfahrtsverbände mit mehr als 600 Mitgliedsorganisationen beschäftigen in zahlreichen Einrichtungen in der ganzen Stadt rund 20.650 Personen.