Copyright: DRK / Foto: Jörg Müller

Bei Insektenstichen richtig helfen

Die Sommerzeit animiert zu Aktivitäten im Freien. Doch nicht nur Menschen mögen die Wärme, auch Wespen, Bienen & Co sind aktiv. Insekten können schnell lästig werden, gefährlich sind kleine Tiere für Menschen nur, wenn diese allergisch reagieren oder im Mund- und Rachenraum gestochen werden.

Rasche Hilfe bei Insektenstichen im Mund

Beim Picknicken auf der Wiese oder beim kühlen Getränk im Biergarten ist es schnell passiert und eine Wespe wird versehentlich verschluckt. Durch eine normale Entzündungsreaktion Reaktion auf das Gift des Insekts können Schleimhäute oder Zunge anschwellen, die Atemwege können sich innerhalb kürzester Zeit verengen oder verschließen. Dann besteht Lebensgefahr für den Betroffenen. „Bei einem Insektenstich im Mund- oder Rachenraum ist eine rasche Reaktion wichtig. Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112 und kühlen Sie den Stichbereich von innen und außen“, betont Dr. Frithjof Wagner, Chefarzt des Bayerischen Roten Kreuzes Kreisverband München. „Lassen Sie die betroffene Person Eiswürfel oder Speiseeis lutschen, wenn sie schlucken kann, und kühlen Sie den Hals mit kalten Umschlägen oder Kühlelementen bis der Notarzt eintrifft.“

Bei allergischem Schock sofort den Rettungsdienst rufen

Gefährlich wird es, wenn Insekten zustechen und der Betroffene auf das Gift allergisch reagiert. „Meistens wissen die Patienten schon, dass Sie allergisch sind. Im Einzelfall kann es auch zu einer allergischen Schockreaktion kommen, in dessen Folge der Kreislauf innerhalb von Minuten zusammenbricht“, warnt der Chefarzt des Roten Kreuzes. Klagt der Gestochene innerhalb der ersten Stunde nach dem Stich über Übelkeit, schwillt sein Gesicht an, leidet er unter Atemnot und Herzrasen, dann sofort die Beine hochlagern oder bei Erbrechen oder Bewusstseinstrübung den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen und den Notarzt unter 112 alarmieren. Dies stellt eine akut lebensbedrohliche Situation da. Dr. Wagner empfiehlt hier nicht mehr selbst zum Arzt oder zur Klinik zu fahren. Die Sofortbehandlung muss unmittelbar durch den Notarzt erfolgen

Kühlen, kühlen, kühlen

Die Verträglichkeit von Insektengiften ist individuell sehr verschieden. In der Regel ist ein einzelner Insektenstich jedoch nicht gefährlich, es sei denn jemand reagiert allergisch. Schmerzen, Schwellung und Juckreiz gehen meist von alleine zurück. In den meisten Fällen genügt es, die betroffenen Hautstellen zu kühlen. Ist ein Stachel zu sehen, so soll dieser möglichst schnell entfernt werden – entweder mit den Fingernägeln wegkratzen oder mit einer Pinzette herausziehen, ohne dabei die anhängende Giftblase zu quetschen. Eine Antihistamin-Salbe lindert den Juckreiz. Entzündete Stiche können mit kühlenden Cremes behandelt werden.

Stiche vermeiden

Das Rote Kreuz rät: Getränke und Nahrung im Freien immer abdecken. Jeden Bissen und jedes Getränk vor der Einnahme gut anschauen. Insekten nicht durch hektische Bewegungen bedrängen. Personen, bei denen eine Insektengiftallergie bekannt ist, sollten für den Notfall die vom Arzt verordneten Medikamente bei sich tragen.

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