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Der Münchner „Sanitäter“

Ein geschichtlicher Überblick

In München waren es 26 Männer, die sich am 10. März 1875 um den Baumeister Reinhold Hirschberg scharten und die „Freiwillige Sanitätkolonne München“ in der Absicht gründeten, eine Sanitätstruppe aufzustellen.

Das Jahr 1894 verzeichnete einen beachtlichen Fortschritt: In der Marstallstraße Nr.4 wurde die erste ständige Sanitätswache eröffnet. Klein und bescheiden war dieser Anfang, und unsere Sanitätsmänner haben damals mit der gedeckten Rädertrage, der „Handmarie“ zu Fuß die meisten Transporte durchgeführt.

Schließlich brauchte die wachsende Organisation ein Heim und erwarb 1898 das Haus Nr. 12 an der Hildegardstraße. Um die Jahrhundertwende wurden an den Bahnhöfen Sanitätwachen und in der Stadt so genannte Unfalldepots eingerichtet. Die Zahl der Transporte war so sprunghaft gestiegen und so entschloss man sich bereits 1906 das erste Sanitätsautomobil in den Dienst zu stellen.

Längst hatte sich die Notwendigkeit der Münchner Sanitätskolonne zwingend erwiesen. Den Alltag des Krankentransportes durchbrachen Einsätze bei Katastrophen, die ganz München in Bestürzung und Trauer versetzten: die Elefantenpanik bei der Zentenarfeier 1889, das Bauunglück im Maximilianskeller 1897, der Einsturz der Corneliusbrücke 1902 und der Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge am Gasteigberg 1911.

Die Sanitätskolonne war für jeden Münchner zu einem festen Begriff im Rettungswesen und Krankentransport geworden. Neben den täglichen Wachdiensten in Theatern und Lichtspielhäusern, im Zirkus, in den Varietés und auf den Sportplätzen, versah die Kolonne den Sanitätsdienst in einer Anzahl von Fabriken und größeren Betrieben.

Bei besonderen Anlässen rückten die „fliegenden Sanitätswachen“ aus, und leider gab eine Reihe von Katastrophen, vor allem die Eisenbahnunglücke der zwanziger Jahre, der Metzgersprung 1928, der Brand des Glaspalastes 1931 und der Schrannenhalle, der Kolonne Gelegenheit, ihre Einsatzkraft, aber auch ein hohes Maß an Idealismus und technischem Können nachzuweisen.

Bei der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde die Sanitätskolonne München zunächst in 7 Abteilungen aufgegliedert und in die einzelnen Stadtteile verlegt.

Im Rahmen des Gesetzes vom 09.12.1937 über die Rechtsstellung und den Tätigkeitsbereich des Deutschen Roten Kreuzes wurde dem Roten Kreuz München 1943 die ausschlieflliche Durchführung des Krankentransportes übertragen, in der Erkenntnis, dass nur das Rote Kreuz, dank des hohen Ausbildungsstandes und der technischen Hilfsmittel seiner Einheiten, die Gewähr gibt, für alle Transportfälle gerüstet zu sein.

Im Mai 1945 war die Katastrophe eingetreten. Das Deutsche Rote Kreuz wurde sofort von den Besatzungsmächten verboten. Wer sollte jetzt die Kranken transportieren? Die Männer der „Freiwilligen Sanitätskolonnen Münchens“ gaben die Antwort darauf: Sie taten ihren Dienst weiter, obwohl es Ihnen nicht leicht gemacht wurde.

Die Fronleichnamsprozession am 31. Mai 1945 bot gute Gelegenheit, der Bevölkerung zu zeigen, dass trotz Verbot der Geist der Kolonnenmänner noch lebte. In Zivil, gekennzeichnet mit der Rotkreuzarmbinde, besetzten 30 Kolonnenmänner entlang des Prozessionsweges verschiedene Sanitätswachen und leisteten zusammen mit 34 Schwesternhelferinnen, zahlreichen, vom Hunger geschwächten Personen Erste Hilfe.

Am 19. September 1945 beauftragte das Hauptquartier der Dritten Amerikanischen Armee die Bayerische Staatsregierung eine gemeinnützige, unpolitische Rotkreuz – Organisation in Bayern einzurichten. Es war die Geburtstunde eines neuen Bayerischen Roten Kreuzes und das Weiterbestehen der „Münchner Sanitäter“.

Überarbeitet und Gestaltet:

Volker Schneider; Rettungsassistent; – Bayerisches Rotes Kreuz – Kreisverband München

Rot Kreuz Museum München – Boschetsriederstr. 33 – 81379 München – Tel.: 74216955

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