10 Fragen und Antworten zum Thema „Altkleidersammlung“

Der BRK-Kreisverband München will zur Aufklärung und Transparenz beitragen und beantwortet im Folgenden häufig gestellte Fragen zum Thema „Altkleidersammlung“:

1) Warum sammelt das Münchner Rote Kreuz Altkleider?

Wir betreiben die Altkleidersammlung aus zwei Gründen. Einerseits erhalten wir dadurch genug gut erhaltene Kleidung, um benachteiligte Menschen damit versorgen zu können. Andererseits generieren wir durch den Verkauf der Überschüsse freie Mittel für soziale Projekte. Diese Einnahmen sind eine wichtige Quelle zur Finanzierung unserer Arbeit.

2) Wie ist die Altkleidersammlung beim BRK in München organisiert?

Für die Altkleidersammlung des Münchner Roten Kreuzes sind die „Rot-Kreuz-Betriebe“ (RKB) zuständig. Die RKB sind kein gewinnorientierter gewerblicher Betrieb, sondern eine Abteilung des Münchner Roten Kreuzes, die sich ausschließlich mit der Erzielung von Erträgen für die Finanzierung unser sozialen satzungsmäßigen Aufgaben befasst. Die RKB bieten zwei unterschiedliche Formen der Altkleidersammlung an:

Beim „Kleiderkammermodell“ können die Bürger Altkleidung an zwei Stellen in München abgegeben:
– München-Süd: Kleiderkammer Solln, Drygalski-Allee 117
– München Nord: Kleiderkammer Elly-Staegmeyr-Str. 11
Dort werden die Altkleider von ehrenamtlichen Mitarbeitern sortiert – und die geeigneten Stücke in unseren Kleiderkammern in Allach und Solln an Bedürftige weitergegeben.

Beim „Verwertermodell“ funktionieren unsere Altkleidercontainer nach dem Prinzip „Sachspende zu Geldspende“. Wir verkaufen den Inhalt unserer circa 100 Container komplett an die Lorenz Wittmann GmbH, Vilsbiburger Straße 70, 84144 Geisenhausen. Dieses Unternehmen hat sich auf die Sammel-Logistik und die Vermarktung spezialisiert. Die gesammelten Mengen werden dort nach unterschiedlichen Kategorien (Kleider, Schuhe, Federbetten, Abfälle) und Qualitäten vorsortiert. Danach erfolgt eine weitere Sortierung der Kleider- und Schuhe in spezialisierten Partner-Betrieben (in der EU). Die noch tragbaren Kleider und Schuhe gehen schließlich von diesen Betrieben überall dorthin, wo Menschen günstige Bekleidung brauchen, weil sie sich neue Sachen nicht leisten können.

3) Wie verwerten andere Sammler die Altkleider?

Der Altkleidermarkt ist sehr wettbewerbsintensiv. Neben den Wohlfahrtsverbänden sammeln auch viele gewerbliche Organisationen. Das Münchner Rote Kreuz zählt mit circa 100 Containern zu den eher kleineren Marktteilnehmern. Der BRK Kreisverband München kann sicherstellen, dass ein Großteil der von uns gesammelten Kleidung nicht in der Müllverbrennung landet, sondern als Secondhandware ein zweites Leben bekommt. Darüber hinaus können wir mit den Verkaufserlösen soziale Projekte finanzieren.

4) Welche Alternativen hat der Münchner Bürger?

a) Jeder Münchner, der an das Münchner Rote Kreuz spenden will, hat die Wahl, seine Altkleider direkt bei einer der zwei Sammelstellen abzugeben und so benachteiligten Menschen mit seinen abgelegten Kleidern zu helfen oder
b) in einen der 100 aufgestellten Container zu werfen und so die Arbeit des Münchner Roten Kreuzes finanziell zu unterstützen.

5) Wofür verwendet das Münchner Rote Kreuz die Erträge aus Altkleidersammlungen?

Das Münchner Rote Kreuz erhält von der Lorenz Wittmann GmbH faire Marktpreise für die gesammelten Alttextilien. Diese Preise werden in regelmäßigen Abständen zwischen der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes und der Lorenz Wittmann GmbH ausgehandelt. Die Erlöse, die das Rote Kreuz mit der Altkleiderverwertung erzielt, fließen in unsere satzungsgemäßen Aufgaben. Wir spüren allerdings an unseren abnehmenden Sammlungsmengen bereits deutlich die zunehmende Konkurrenz durch die Kommunen. Natürlich betrachten wir diese Entwicklung mit Sorge, denn wenn unsere Einnahmen zurückgehen, müssen wir auch bei unseren sozialen Projekten sparen.

6) Ist es richtig, dass Altkleider-Spender glauben, dass die gespendete Kleidung direkt in Katastrophengebiete geflogen wird?

Wir haben darüber keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Aber wir sind sicher, dass unsere Altkleider-Spender das in der Überzeugung tun: Das Rote Kreuz wird damit schon etwas Gutes bewirken. Und so ist es auch. Alle Erträge aus der Altkleidersammlung müssen unseren satzungsgemäßen sozialen Aufgaben zugute kommen. Die tägliche Erfahrung lehrt auch, dass die meisten Spender einfach froh sind, gebrauchte Kleidung sinnvoll abgeben zu können. Denn es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass in unserer Gesellschaft Unmengen Kleidung gekauft und schnell wieder aussortiert werden. In den Hausmüll dürfen Altkleider nicht, daher sind die Altkleider-Container oder Kleiderkammern oft der bequemste Weg, gebrauchte Kleidung wegzugeben. Wir heißen den schnelllebigen Umgang mit Kleidung nicht gut, aber es ist eine gesellschaftliche Realität.

7) Ist es möglich, dass das Münchner Rote Kreuz Altkleider-Spendern suggeriert, dass gespendete Kleidung direkt in Katastrophengebiete geflogen wird?

Nein. Uns ist kein Fall bekannt, bei dem auf einem unserer Rotkreuz-Altkleidercontainer eine andere Verwendung, als die tatsächlich praktizierte, angegeben ist. Dass Altkleider in Katastrophen- oder Krisengebiete transportiert werden ist die Ausnahme, da es meistens wirtschaftlich günstiger ist, Kleidung für Hilfebedürftige in der Region selbst einzukaufen. Aber es gibt auch Fälle, in denen das so gehandhabt wird. Beispielsweise organisiert unser ehrenamtlicher Arbeitskreis „Hilfe für Bürger in Not“ jedes Jahr Hilfsgütertransporte nach Osteuropa, bei dem auch gebrauchte Kleider (z. B. warme Winterkleidung für das Waisenhaus in Alba Julia in Rumänien) an Bord sind.

8) Geht ein Teil der gesammelten Altkleider auf Märkte in Afrika?

Die Wege der gebrauchten Kleidung sind überall gleich. Ein Teil der sortierten Altkleider geht auch nach Afrika, was aber durchaus positiv ist. Denn unter anderem dort benötigen die Menschen dringend Secondhand-Bekleidung, weil sie sich keine neue Bekleidung leisten können. Der Handel mit Altkleidern ist in Afrika ein wichtiger Wirtschaftszweig. Er bietet darüber hinaus Arbeit und Lohn für Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt. Zusätzliche Arbeitsplätze entstehen durch Änderung und Verbesserung der Kleidungsstücke. Viele Menschen können sich so Ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Secondhand-Kleidung wird in afrikanischen Ländern aufgrund der guten Qualität und der günstigen Preise sehr geschätzt. Dies berichtet auch Caroline Ischinger in ihrer Reportage http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/textilrecycling-was-altkleider-aus-deutschland-fuerafrika-bedeuten-1.1683519
Siehe auch:
https://www.brk-muenchen.de/rot-kreuz-betriebe/altkleidersammlung/SPIEGEL_Altkleider.pdf
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Was-deutsche-Altkleider-in-Afrika-machen-article18313586.html

9) Machen Altkleiderimporte nicht die Textilwirtschaft vor Ort kaputt?

Ob das tatsächlich der Fall ist, darüber sind sich auch Experten nicht einig. Der Niedergang der afrikanischen Textilwirtschaft hat vielerlei Gründe. Dazu zählen Krisen, fehlende Infrastruktur (unregelmäßige Stromversorgung), mangelnde Konkurrenzfähigkeit mit Bekleidung aus fernöstlicher Produktion. Altkleidermärkte werden gerade von Geringverdienern in diesen Ländern gut angenommen. Im Gegensatz zur lokal produzierten Kleidung, die oft eher Kunsthandwerk als Gebrauchsware ist, sind die importierten Altkleider auch für arme Menschen dort noch erschwinglich. In diesen Ländern sind sogar neue Arbeitsplätze entstanden, da eine große Anzahl von Menschen vom Handel oder dem
Umarbeiten der Secondhand-Kleidung lebt.

10) Was empfehlen Sie Menschen generell für den Umgang mit Kleidung?

Mit Augenmaß einkaufen, länger tragen, ggf. ausbessern, weitergeben im Bekannten- und Familienkreis, in Kleiderkammern oder direkt bei interessierten sozialen Einrichtungen abgeben.

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