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MiB_März-2015

S 27 Die Gitarre wartet bereits auf der Bühne: Vor dem Soundcheck nimmt sich Reinhard Mey ausgiebig Zeit, um sich über den Sanitätsdienst, der im Ernstfall seine Fans versorgt, zu informieren. Sylvia Akbiyik schildert Erlebnisse bei Einsätzen im Circus-Krone-Bau. Der Liedermacher erzählt Gabriele Bolzek von einem seiner ersten Konzerte, das er wegen eines medizinischen Notfalls unterbrechen musste. eit über 50 Tagen tourt Reinhard Mey bereits durch Deutschland, als ihn seine „Dann mach’s gut“-Tournee Ende Oktober nach München führt. Diese Monate, bestehend aus den täglichen Auftritten, den Reisen, einer kur- zen Regeneration, dem Soundcheck und der mentalen Vorbereitung aufs nächste Konzert, sind kräftezehrend. Kaum einen Interviewter- min hat seine Presseagentur während der Tour- neemonate vereinbart, sogar Anfragen grofler Tageszeitungen ablehnend beschieden. Umso geschmeichelter fühlen sich Sylvia Akbiyik und Gabriele Bolzek, die beiden Sanitäterinnen des heutigen Abends im Circus-Krone-Bau, dass Reinhard Mey für einen Besuch auf ihrer Wache eine Ausnahme macht. „Bitte ganz schnell“, drängt der Manager. Noch liegt das Zuschauerrund im Halbdunkel. Weinrot heben sich die Sitze vom cremefarbe- nen Holz der Ränge ab. In der Mitte erhebt sich die Bühne, auf der die in einem Ständer abge- stellte Gitarre den Hauptakteur zum Sound- check erwartet – zufällig liegt das Licht eines Scheinwerfers darauf und lässt ihr gelbes Holz einladend leuchten. Auf dem Rang positioniert ein Techniker erste Spots, unten bewegt sich ein anderer in Richtung Mischpult. In wenigen Minuten beginnt der Soundcheck, daher die Eile. Weil schon das vorherige Konzert in Mün- chen stattfand, hatte Reinhard Mey heute ei- nen reisefreien Tag, was seine Frau und seine Tochter zu einer Stippvisite aus dem heimi- schen Berlin an die Isar genutzt haben. Der Be- such hat den Zeitplan nach hinten verschoben, und der Manager legt Wert auf eine sorgfältige Überprüfung der Soundeinstellungen von ges- tern. Doch Reinhard Mey ist der Besuch beim Ro- ten Kreuz wichtig. Auf mehr als 1300 Konzerte blickt er zurück. Er weifl, dass ein Auftritt nur zum Erfolg führt, wenn sämtliche Helfer hinter den Kulissen zum Gelingen beitragen. Auch jenseits der Live-Auftritte hat er sich mit der Rotkreuz-Thematik beschäftigt: Sein Lied „Golf November“, das er 1989 schrieb, ist eine Hom- mage an den Rettungshubschrauber „Chris- toph 4“ und seine Besatzung, die mit ihrem schnellen Einsatz einem Kind das Leben rettet. Eine solche Geschichte musikalisch zu verar- beiten war dem Hobbypiloten Reinhard Mey ein Anliegen, weil er während seiner Flugaus- bildung die Einsätze der Rettungsflieger haut- nah miterlebte.

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