d o o g y r e v / m o c k c o t S i : . o t o F Hi lfe kompakt Notruf, Notaufnahme 112 oder ärztlicher Bereitschaftsdienst? 116 117 Viele Notaufnahmen beklagen den Andrang von Patienten, die gar nicht unter einer Verletzung oder Erkrankung mit dringendem Handlungsbedarf leiden. Wann ist ein Notruf notwendig, und wann genügt der Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst? iegt ein akuter Notfall vor? Also plötzlich auftretende, L starke Beschwerden, Unfallverletzungen oder eine le- bensbedrohliche Situation? Das können extreme Schmerzen im Brustkorb sein, die unter Umständen einen Herzinfarkt ankündigen. Oder Bewegungs-, Seh- und Sprechstörungen, was auf einen Schlaganfall hinweist. Auch bei anhaltenden Krämpfen oder Komplikationen während der Schwanger- schaft, starken Blutungen, Verbrennungen, Vergiftungen, Stromunfällen, Knochenbrüchen oder Verdacht auf innere Verletzungen liegt ein Notfall vor. Ebenso bei schwerer Atemnot etwa während eines Asthmaanfalls, durch einen anaphylaktischen Schock, bei Bewusstlosigkeit beziehungs- weise eingeschränktem Bewusstsein. Bei Kindern ist höchste Aufmerksamkeit geboten, wenn sie hohes Fieber bekommen, ihr Bewusstsein gestört ist, das Kind krampft oder etwas verschluckt hat. In all diesen Fällen muss sofort Hilfe erfolgen. Denn es drohen bleibende Schäden, wenn nicht sogar Gefahr für das Leben des Patienten. Der Notruf 112 ist nun die richtige Ent- scheidung oder – falls mit dem Patienten noch möglich – die eigene Fahrt in die Notaufnahme des örtlichen Krankenhau- ses. Im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig den Notruf wählen. Dieser ist übrigens in Europa kostenfrei und vom Mobiltelefon sogar ohne Netz erreichbar. Warum nur im Akutfall in die Notaufnahme? Beschäftigte in deutschen Notaufnahmen klagen zuneh- mend über Menschen, die aus Bequemlichkeit oder Unwis- senheit wichtige, für dringende Fälle vorgehaltene Ressour- cen beanspruchen, obwohl ihr Anliegen ohne Weiteres warten könnte, bis die Hausarztpraxis wieder öffnet. Patien- ten, die „dringend“ ein Rezept benötigen, weil sie sich nicht rechtzeitig gekümmert haben, oder Erkrankte mit Beschwer- den, die bereits seit Tagen vorliegen und sich auch nicht besorgniserregend verschlimmert haben, sollten sich ander- weitig behelfen. Eine Notaufnahme ist – wie der Name schon sagt – eine Anlaufstelle für Patienten in akuter gesundheit- licher Not. Wem hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst? Wenn die Symptome nicht lebensbedrohlich sind, ärztliche Hilfe aber auch nicht bis zum nächsten Morgen oder Werktag warten kann – etwa bei Hexenschuss, schwerem Erbrechen oder Durchfall, einer akuten Blasenentzündung, einer Erkäl- tung mit Fieber und starken Ohren- oder Mandelschmerzen, dann steht als Rund-um-die-Uhr-Alternative der ärztliche Be- reitschaftsdienst der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Verfügung. Unter der Nummer 116 117 erreichen Hilfesu- chende kostenlos und ohne Vorwahl die Telefonzentrale von mehr als 600 angeschlossenen Bereitschaftsdienst-Praxen. Die Mitarbeitenden geben Empfehlungen für eine erste Selbst- hilfe, nennen die nächstgelegene Bereitschaftsdienst-Praxis oder veranlassen, falls der Patient nicht mehr mobil ist, einen Hausbesuch. Viele dieser Praxen liegen übrigens in der Nähe einer Klinik oder gleich in deren Räumen, sodass sie den Pati- enten, sollte seine Diagnose doch ernster sein als zunächst ge- dacht, direkt an die Notaufnahme weiterleiten können. Auf der Webseite www.116117.de bietet der ärztliche Bereitschaftsdienst ein „Patienten-Navi“ an: Ratsuchende ge- ben ihre Beschwerden ein, beantworten die darauf folgenden Detailfragen und erhalten Empfehlungen, wie sie in ihrem Fall am besten vorgehen. Hier kann man auch selbst nach einer Bereitschaftspraxis in der Nähe suchen, die außerhalb der üblichen Sprechzeiten geöffnet ist.