Die BRK Wasserwacht München blickt auf eine einsatzreiche Saison 2026 zurück. Die ehrenamtlichen Wasserretter*innen leisteten insgesamt 41.046 Wachstunden an Münchner Seen, der Isar und dem Freibad Unterhaching. Dabei waren sie nicht nur zur Absicherung der Badegäste im Einsatz: Die Zahl der Erste-Hilfe-Leistungen und insbesondere der dokumentierten Lebensrettungen ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.
Insgesamt wurden die Einsatzkräfte in dieser Saison zu 792 Erste-Hilfe-Leistungen gerufen. Im Vorjahr waren es 527. Das entspricht einem Anstieg von rund 50 Prozent. Von kleineren Verletzungen bis hin zu medizinischen Notfällen sind die ehrenamtlichen Wasserretter*innen damit erneut ein wichtiger Bestandteil der rettungsdienstlichen Versorgung an Münchens Gewässern.
Auch die Schnelleinsatzgruppen (SEG) Wasserrettung der BRK Wasserwacht München waren deutlich häufiger gefordert. 29 Mal wurden sie zu Wasserrettungseinsätzen alarmiert – im Vorjahr waren es 19 Einsätze. Das entspricht einem Anstieg von rund 53 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich die Einsatzentwicklung bei den Einsätzen aufgrund untergegangener Personen: Während 2025 ein Ertrinkungsunfall bzw. Beinaheertrinken dokumentiert wurde, konnten die Einsatzkräfte 2026 insgesamt 20 Einsätze wegen untergegangenen Personen verzeichnen. Hinzu kamen sechs Vermisstensuchen, eine mehr als im Vorjahr.
„Hinter jeder dieser Zahlen stehen Menschen, für die unsere Ehrenamtlichen im entscheidenden Moment da waren“, sagt Michael Welzel, der Vorsitzende der Kreiswasserwacht München. „Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie wichtig eine gut ausgebildete, technisch adäquat ausgestattete und jederzeit einsatzbereite Wasserwacht für die Sicherheit an unseren Gewässern ist. Gleichzeitig erinnern sie uns daran, dass jeder Aufenthalt am Wasser mit Verantwortung verbunden ist.“
Besonders eindrücklich sind vier Einsätze, bei denen Menschen nach einem Beinaheertrinken mit Unterstützung von Passanten gerettet werden konnten. Bei drei dieser Fälle war eine Reanimation erforderlich. Diese Rubrik wurde in diesem Jahr erstmals gesondert erfasst.
Die Fälle zeigen auch, wie entscheidend die ersten Minuten eines Notfalls sein können. Bis professionelle Hilfe eintrifft, können Ersthelferinnen und Ersthelfer einen wesentlichen Beitrag leisten – insbesondere durch das Absetzen eines Notrufs und, wenn erforderlich, die sofortige Durchführung lebensrettender Maßnahmen.
Ehrenamtliches Engagement als Grundlage
Die Einsatzbilanz wäre ohne das Engagement der ehrenamtlichen Wasserretterinnen und Wasserretter nicht möglich. Mit 41.046 geleisteten Wachstunden haben sie auch 2026 tausende Stunden ihrer Freizeit für die Sicherheit der Menschen an Münchens Gewässern eingesetzt.
Allerdings musste die Wasserwacht in dieser Saison auch einen tödlich verunglückten Menschen bergen. Im Vorjahr war keine Bergung einer verstorbenen Person im Rahmen der Wasserrettung erforderlich.
Die Bilanz der BRK Wasserwacht München unterstreicht damit einmal mehr die Bedeutung von Prävention, Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme am Wasser. Gleichzeitig zeigt sie, dass im Ernstfall schnelle professionelle Hilfe und gut ausgebildete Ehrenamtliche entscheidend sein können.
