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MiB_Herbst-2016

12 Report Empfehlung: Ein Kind, das sein Publikum gern mit Späßen un- terhält, sollte den Raum bekommen, dieses Talent auszuleben. Gleichzeitig kann man aber weitere Eigenschaften fördern, mit denen das Kind positiv auffällt: beispielsweise, indem man es für Dinge lobt, die es gut macht, oder ihm Aufgaben zuteilt, die es zur Ruhe bringen. * Der Schlaue Dieses Kind wächst meistens in einer Familie auf, die ambitio- niert mit Bildung umgeht und auch das Kind von klein auf dazu anhält, sich Wissen anzueignen. Derart „gefüttert“, wird das Kind selten auf eine Frage einmal nicht die richtige Ant- wort wissen. Und so erlebt man es öfter dabei, sein Wissen un- gefragt in die Gruppe zu werfen, während die anderen Kinder noch darauf warten, aufgerufen zu werden. Ungeübt darin, eine Niederlage einzustecken oder anderen den Vortritt zu lassen, verfügt der Schlaue über eine nur geringe Frustrationstoleranz. Denn die hohen Ansprüche der Eltern an sich hat er längst übernommen, möchte nicht versagen und durch sein Wis- sen Lob einfordern. Empfehlung: Seinem Wunsch nach anhal- tender Anerkennung durch Wissensweiter- gabe kann man positiv entgegenwirken, in- dem man ihn für andere Dinge lobt, zum Beispiel für sein ordentliches Zimmer, ein schön gemaltes Bild oder dafür, dass er sich um ein jüngeres Kind gekümmert hat. In einer ruhigen Minute erklärt man ihm vielleicht, wie sich die anderen Kinder fühlen, wenn er die Ant- wort vorwegnimmt und damit dem Rest der Gruppe den Raum nimmt, ebenfalls Wis- sen kundzutun. * Der Außenseiter Offenbar ist die Gruppe der An- sicht, dass sich der Außenseiter von den anderen Kindern unter- scheidet. Das Kind hat Schwierig- keiten, sich in die Gruppe zu in- tegrieren, zieht sich zurück und erntet oftmals Spott und Hän- seleien aufgrund von Merk- malen wie einer langsame- ren Auffassungsgabe, einem Sprachfehler oder einer opti- schen Auffälligkeit. Die Eltern Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe zu verschieben: also Aufgaben, die der Anführer an sich gezogen hat, an unter- schiedliche Kinder der Gruppe (insbesondere an die Mitläufer) zu übergeben oder die Wertigkeit der Aufgaben anders zu vermitteln. Der Anführer kann zur Integration schwächerer Kinder in der Gruppe herangezogen werden, etwa in Form von Patenschaften. Wichtig ist es, einen gerechten Rahmen zu schaffen und darin die Aufgaben zu verteilen, beispielsweise durch die Einführung von Gruppen- und Wochendiensten für alle Kinder. Auf diese Weise wird der Anführer entmachtet, Mitläufer werden gleichgestellt und einbezogen, damit alle Kinder lernen, selbstbewusster aufzutreten („Das kann ich auch!“). * Die Mitläufer Was wäre ein Anführer ohne seine Mitläufer? Mitläufer gibt es in jeder Gruppe, denn diese Rolle ist bequem und risikoarm. Wer nicht auffällt, kann nichts falsch machen. Wer keine Meinung kundtun muss, braucht auch nicht nachzudenken und zu entscheiden. Empfehlung: Um Mitläufern Selbstbewusst- sein zu vermitteln und ihnen klarzumachen, wie befriedigend Verantwortung sein kann, sollte man ihnen wichtige Aufgaben übertra- gen, vor allem in Bereichen, die eine Bedeu- tung für die ganze Gruppe haben. Ordnen sich die Kinder dennoch weiterhin dem Anfüh- rer unter, kann man sie direkt auf ihr Ver- halten ansprechen und sie zu eigener Akti- vität ermutigen sowie ihnen ihre eigenen Stärken verdeutlichen („Du bist gut darin …“, „Versuch doch mal …“). * Der Clown Ein Kind, das ständig Blödsinn macht und damit um Aufmerksamkeit buhlt, ist häufig unter den „mittleren“ Kindern zwischen zwei Geschwistern zu finden. Es leidet nicht selten unter mangelnder Beachtung, hat aber ge- lernt: Wenn ich lustig bin, werde ich wahr- genommen und bekomme Anerkennung. El- tern bestärken dieses Verhalten, indem sie nach einer Missetat, die der Clown mit He- rumalbern kaschiert, lachend auf die ange- brachte Kritik verzichten und keine Konse- quenz auf das Verhalten folgen lassen, sondern es eher noch verstärken („Immer machst du Unsinn“).

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